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Neophytenbekämpfung im Marktgemeindegebiet

26 Juni 2018
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Zum ersten Mal in dieser Form veranstaltet die Bauverwaltung des Marktes Marktrodach eine Neophytenbekämpfung im Marktgemeindegebiet. Ganz konkret geht es um das Indische Springkraut, das an vielen Stellen wuchert und so die Entwicklung einheimischer Pflanzen einschränkt. Aufgetreten ist die Pflanze im Marktgemeindegebiet bereits vor über 20 Jahren, möglicherweise sogar noch früher, berichtete Erster Bürgermeister Norbert Gräbner.

Das Umweltprojekt wurde in vergangenen Wochen am Börstlabach in Unterrodach begonnen. Um Mithilfe gebeten sind Marktrodacher Bürgerinnen und Bürger, aber auch jeder der Mitmachen will, erläutert Katja Wich vom gemeindlichen Bauamt.

Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)

Einführung:

Von den Neophyten ist das Indische oder Drüsige Springkraut bei uns inzwischen flächenmäßig am weitesten verbreitet. Die fällt vor allem während der Blütezeit im Juli bis September ins Auge.

Man findet die bis zu 2,50 m große, rosa- bis weiß blühende Pflanze häufig an feuchten und nährstoffreichen Stellen, an Bächen, Waldrändern und auf durch den Menschen beeinträchtigten Flächen.

Dort überwuchert und verdrängt sie die heimische Vegetation und wandert auch auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen ein.

Wissenswertes:

Das Indische Springkraut stammt aus dem Himalaya und wurde zuerst als Gartenpflanze auf den Britischen Inseln eingeführt. Von dort breitete es sich in Europa aus. Geschätzt wurde es vor allem von den Imkern als Bienentracht, da sie Bienen durch die landwirtschaftliche Intensivierung im Spätsommer immer weniger Blüten fanden. Verwandt ist die Art mit der heimischen, gelb blühenden „Rühr-mich-nicht-an“ (Impatiens noli-tangere), mit dem es den Schleudermechanismus der Samenkapsel gemein hat.

Verbreitung:

Die Verbreitung der bis zu 4000 Samen einer Pflanze erfolgt durch einen Mechanismus, bei dem die Samen aus der reifen Kapsel bis zu 7 m weit geschleudert werden. Häufig werden die Samen in Bächen und Flüssen transportiert. Auch mit dem Wasser schwimmende Pflanzenteile können woanders wieder austreiben. Durch den Menschen werden die Samen mit Erdmaterial und entlang von Straßen und Schienen verbreitet. Die Samen sind etwa 6-8 Jahre lang keimfähig.

 Bekämpfung:

Das Indische Springkraut ist eine einjährige Pflanze, d.h. aus den Samen des Vorjahres erwächst die Pflanze, sie blüht und bildet neue Samen im selben Jahr. Zum Herbst stirbt sie ab und nur die Samen überwintern. Die Bekämpfung ist daher relativ einfach. Wichtig ist, die Fortpflanzung, also die Samenbildung und das Aussamen der Pflanze zu verhindern. Es bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Ausreißen:

Vor der Blüte nur bei wenigen Pflanzen ist das Ausreißen der Pflanze die Ideale Methode

  • Mähen: 

    Bei größeren Beständen empfiehlt sich eine Mahd und ein Abtransport des Materials. Dabei ist auf den Richtigen Zeitpunkt zu achten: die bereits blühenden Pflanzen sollten vor der Bildung der Samenkapsel gemäht werden. Allgemein ist der Juli dafür ideal. Mäht man zu früh, so bildet die Pflanze erneut Blüten aus, die noch zur Samenreife kommen können. Mäht man zu spät, so haben sich oft bereits Samen gebildet. Das Schnittgut sollte fachgerecht in der Biotonne entsorgt oder im Wertstoffhof abgegeben werden. Beim Transport darauf achten, dass keine Samen verloren gehen können.

 

  • Mulchen: 

    Große Flächen können auch gemulcht

 

Jede Maßnahme sollte auf ihren Erfolg hin kontrolliert und gegebenenfalls wiederholt werden!