im Herzen des Frankenwaldes

Avatar

Grundschule Rodachtal beteiligte sich an der Waldbaumaktion

11 April 2019
Keine Kommentare
153 Ansichten

Jeder der drei Frankenwaldlandkreise bekam bei einer Waldbaumaktion vom
Verein „Unser Frankenwald“ einen Spaten, der in den Landkreisen Hof,
Kulmbach und Kronach für weitere Aktionen weitergereicht werden soll. Zum
Auftakt wurden vielfältige Bäume und Sträucher bei der Grundschule
Geroldsgrün gepflanzt, in Kürze auch an den Grundschulen Presseck und
Marktrodach.

Geroldsgrün/Marktrodach/Presseck – Es brauchte nur wenige Vorführungen, wie
und in welchem Abstand junge Bäumchen nicht weit weg von der Geroldsgrüner
Schule auf einer vom Sturm geschaffenen Lichtung gepflanzt werden mussten.
Nach kurzer, sachkundiger Anleitung machten sich immer mehr Schülergruppen
selbständig auf den Weg, um eine Baumvielfalt anzulegen, die künftig Stürmen
und Klimawandel besser standhalten können. Der vor einem Jahr gegründete Verein „Unser Frankenwald“ will im gesamten
Frankenwald mit den drei Landkreisen Hof, Kulmbach und Kronach wirken, um
den Gedanken der Artenvielfalt und des Naturschutzes zu pflegen, betonte
dessen Vorsitzender Ludwig Freiherr von Lerchenfeld. Als Auftakt einer sich
hoffentlich weiter ausbreitenden Aktion werden im Umfeld der Grundschulen
Geroldsgrün, Presseck (7. Mai) und Marktrodach (14. Mai) Baumpflanzaktionen
gestartet, damit sich der Nachwuchs aktiv am Wald- und Naturschutz
beteiligen kann und die Artenvielfalt schützen lernt. Durch solche Baumpflanzaktionen an den Schulen kann der Gedanke für
Artenvielfalt und Klimaschutz auch direkt vor Ort gefördert und verbreitet
werden, betonte Ludwig Freiherr von Lerchenfeld. „Wir wollen, dass unser
Frankenwald blüht und grünt, dass viele Leute hierher kommen in das vom Bund
deutscher Forstleute schönste Waldgebiet des Jahres 2018.“ Die Schülerinnen
und Schüler sollen durch die Pflanzaktion und die weitere Patenschaft für
die Pflanzen erleben, wie sie selbst etwas für unsere Umwelt leisten. „Es geht um die Zukunft unserer Wälder und Natur“, verdeutlichte
stellvertretender Vorsitzender und Waldunternehmer Ralf Kremer
(Schwarzenbach/Wald). Es soll eine Gemeinschaftsaktion sein, die den
Frankenwald verbindet, bekräftigte stellvertretender Vorsitzender Hubert
Bähr (Zeyern). „Was für eine Aufregung heute in unserer Schule“, begrüßte stellvertretende
Schulleiterin der Grundschule Geroldsgrün Christine Diezel eine große Zahl
von Gästen und Mitwirkenden aus den drei Landkreisen. „Ich freue mich sehr,
dass wir Geroldsgrün etwas ganz Konkretes für unsere Umwelt tun können.“ Die
wunderschöne Natur im Frankenwald sei ein Geschenk Gottes und es sei unsere
Aufgabe, diese zu schützen und zu erhalten. Die Baumpflanzaktion sei angesichts des Insektensterbens umso wichtiger,
unterstrich Geroldsgrüns 2. Bürgermeister Stefan Hübner. Irgendwann in
etlichen Jahren werden die Kinder, die nun ein Waldstück pflanzten, erfreut
an dieser Stelle sehen wie erfolgreich ihre Aktion wurde. Ein Drittel der bayerischen Landesfläche ist von Wald bedeckt, erzählte die
„Bayerische Waldkönigin“ Johanna Gierl. Sie besprach mit den Schülerinnen
und Schülern, warum der Wald für uns so wichtig ist. Der Nachwuchs war prima
vorbereitet. Der Wald liefert frische Luft, ist unsere grüne Lunge. Es gehe
darum, stabile Wälder zu schaffen. Die Bäume die jetzt gepflanzt werden
ernten spätere Generationen. Revierleiter Holger Knüppel dankte dem Privatwaldbesitzer Klaus Gemeinhardt,
der seine Fläche ganz nahe bei der Schule für die Aktion zur Verfügung
stellte. Sturm und Käfer zerstörten wieder einmal einen Teil seines Waldes.
Jetzt werden Baumarten angepflanzt, die gegenüber Borkenkäfer und Stürmen
sowie angesichts des Klimawandels nicht so anfällig sind. „Wir müssen
klimatolerante Baumarten ausbringen.“ Bei der jetzigen Waldbaumaktion werden
Lärchen, Douglasien, Weißtannen, Eichen und Buchen angepflanzt, alle mit
stabilen Wurzeln. Für den Waldrand ist es wichtig, dass dort
insektenfreundliche Arten angepflanzt werden. „Die Insekten brauchen
Nahrung“, betonte Knüppel. Hierfür waren Sträucher dabei, die auch blühen
wie Wildobst oder Schneeball. „Unsere Heimat, unsere Landschaft ist wunderschön“, betonte Hofs Landrat
Oliver Bär. Sie wird geprägt von Bäumen, die es hier noch lange geben soll.
Dazu trage diese Aktion bei. Das „Holzforum Frankenwald“ stellte einen überdimensionalen Holzwürfel zur
Verfügung, wies der Bürgermeister von Schwarzenbach am Wald Reiner Feulner
hin. In seiner Gemeinde werde am 13. Mai die Fläche „Zukunftswald“ eröffnet.
10 000 Quadratmeter werden mit zukunftsfähigen Baumarten aufgeforstet. Im
Lauf der Zeit wird dies auch für Besucher sehr interessant werden. Leider kommen heutige Kinder immer weniger hinaus in Wald und Natur,
bedauerte der Hauptvorsitzende des Frankenwaldvereins Dieter Frank. Es gebe
ein Kleben neben Handy, Fernsehen und Tablet warb er, mit den Kindern viele
Aktionen in der Natur zu machen. „Pflanzt diese Bäumchen, versorgt sie gut
und verfolgt, wie sie sich entwickeln.“ „Wir beteiligen uns sehr gerne an solchen Aktionen, wenn es um Natur und
Artenvielfalt geht“, erklärte Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner.
„Bei uns wird diese Aktion am 14. Mai auf Gemeindewald stattfinden. Diese
Stelle ist an einem Spazierweg und sehr gut zugänglich sodass die Kinder
immer sehen können, wie ihre Bäumchen, die sie selbst pflanzen, wachsen und
gedeihen und können sie auch regelmäßig pflegen.“ In einigen Jahrzehnten
werden die heutigen Kinder dann erleben, wie stattliche Bäume daraus wurden.
In Marktrodach pflanze ohnehin jede Klasse einmal einen Baum. Hinter dem
Schulhaus befindet sich eine Streuobstwiese. „Wir waren sofort alle begeistert von dieser Idee, als Hubert Bähr bei uns
anfragte“, erklärte die Leiterin der Grundschule Marktrodach Annegret
Hümmrich-Korn. „Wir sind ja schon seit Jahren Umweltschule.“ Dazu gehörten
immer wieder Aktionen in der Natur. Auch die Obstbäume und der Schulgarten
müssten gepflegt werden. Das für die Waldbaumaktion ausgewählte Gelände sei
zu Fuß erreichbar und könne so weiter betreut werden. „Wir in Presseck sind mitten im Frankenwald und haben mit dem 717 Meter
hohen Bärenplatz den höchsten Punkt des Landkreises Kulmbach bei uns“, sagte
Pressecks Bürgermeister Siegfried Beyer. „Frankenwald, die Natur, Wandern,
das ist für uns ganz wichtig.“ Es sei großartig dies in Verbindung mit der
Waldbaumaktion den Kindern rüberzubringen. rg