24 Jan. Baueinweisung Ersatzneubau der Brücke zur Zigeunermühle über die Rodach in Zeyern
Der Markt Marktrodach, Landkreis Kronach, beabsichtigt den Ersatzneubau der Brücke über die Rodach zur Zigeunerschneidmühle im OT Zeyern durchzuführen. Das bestehende schadhafte Brückenbauwerk an gleicher Stelle soll abgebrochen und beseitigt werden. Geplant ist eine unterhaltungsfreundliche Rahmenbrücke in Stahlbetonbauweise. Das neue Bauwerk erhält einen Kreuzungswinkel von 100 gon in Bezug auf den Fluss. Das Bauwerk befindet sich bei Fluss-km 28,900 des Gewässers Rodach, 1. Ordnung. Mit dem Ersatzneubau werden Straßenanschlüsse neu hergestellt. Für den Zeitraum der Bauarbeiten muss unterstrom eine Behelfsbrücke mit Behelfsumfahrt errichtet werden. In dieser Woche fand die offizielle Baueinweisung statt. Vertreter der Marktgemeinde Marktrodach, Planungsbüro und Baufirma versammelten sich, um den Startschuss für dieses bedeutende Infrastrukturprojekt zu geben.
Das Brückenbauwerk überspannt die Rodach im Zuge der Ortsstraßenverbindung zur Zigeunermühle nördlich von Zeyern. Die Zigeunermühle ist nur über das bestehende Brückenbauwerk zu erreichen.
Es handelt sich beim Bestandsbauwerk um eine einfeldrige Ortbetonbrücke mit 2 Randträgern, Querträgern im Abstand von 1,50 m und einer nachträglich aufgebrachten Stahlbetonplatte als Überbau. Die Widerlager bestehen aus Stampfbeton.
Die Brücke wurde im Jahr 1926 erbaut und 1964 durch das Aufbringen der o.g. Stahlbetonplatte verstärkt. Die lichte Weite beträgt 20,00 m, die Fahrbahnbreite auf dem Bauwerk 2,95 m und die Gesamtbreite ca. 3,70 m.
Im Zuge der Brückenhauptprüfung 2019 H wurde der schlechte Zustand der bestehenden Brücke bewertet und dokumentiert. Die Standsicherheit des Bauwerks ist aufgrund der fortgeschrittenen Schädigung nicht mehr gegeben. Die Verkehrssicherheit auf dem Bauwerk ist beeinträchtigt. Die Dauerhaftigkeit des Bauwerks mit dem Bauwerksteilen ist ebenfalls nicht mehr gegeben. Ein Ersatzneubau an gleicher Stelle muss durchgeführt werden.
Das bestehende Bauwerk muss abgebrochen und durch einen Ersatzneubau an gleicher Stelle und mit ungefähr gleichen äußeren Abmessungen ersetzt werden. Geplant ist eine einfeldrige Rahmenbrücke aus Stahlbeton, welche die Rodach bei Fluss-km 28,900 in einer geraden Trassierung rechtwinklig überquert. Der Brückenüberbau wird dabei leicht bogenförmig überhöht neu hergestellt. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern rechtwinklig zur Straßenachse beträgt 20,00 m.
Für das neu herzustellende Brückenbauwerk ist eine Gründung auf Bohrpfählen vorgesehen.
Ziel der Planung war es, eine gestalterisch ansprechende und wirtschaftlich günstige Bauwerkskonstruktion zu finden. Der neue Überbau wird etwas schlanker und liegt höher als der alte Überbau. Dadurch ergibt sich ein größerer Durchflussquerschnitt der Rodach. Die unteren Ränder des Überbaus und die seitlichen Ecken der Widerlager werden abgerundet, um im Hochwasserfall günstigere Fließbedingungen zu erhalten.
Das Bauwerk erhält ein Brückengeländer aus senkrechten Füllstäben mit Drahtseil sowie Pfostenverankerungen mittels aufgedübelten Verbundankern.
Im Zuge des Brückenneubaus kann eine Verbesserung im Abfluss durch Schaffung eines vergrößerten Freibordes zwischen UK Überbau und HQ 100-Überschwemmunglinie hergestellt werden. Dies wird einerseits durch die neue Gesamtkonstruktion als eingespanntes Rahmenbauwerk erreicht und zum anderen durch die maximal mögliche Anhebung der Gradiente auf der Brücke in Bezug auf die seitlichen Straßenanschlüsse an den Bestand. Wasserrechtliche und naturschutzfachliche Belange werden beim Ersatzneubau berücksichtigt. Vorübergehend in Anspruch genommene Flächen werden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder in den Ursprungszustand versetzt.
Das Brückenprojekt wird im Rahmen der Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz realisiert. Durch die Erneuerung der Brücke wird die Verkehrsanbindung aufrechterhalten und die Stärkung der regionalen Infrastruktur vorgenommen. Das Brückenbauwerk ist von großer Bedeutung und fördert den landwirtschaftlichen sowie den Fußgänger- und Rad- sowie Anliegerverkehr.
„Wir freuen uns, dass wir mit der Unterstützung des Finanzausgleichsgesetz dieses wichtige Projekt realisieren können“, erklärte Zweiter Bürgermeister Thomas Hümmrich. „Die Baumaßnahme wird nicht nur die Anbindung verbessern, sondern auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gemeinde leisten,“ führt Bauamtsleiterin Katja Wich fort. „Ein großes Dankeschön für die gewährte Förderung ergeht an die Regierung von Oberfranken, insbesondere dem Sachgebiet Straßenbau für die stets kompetente Unterstützung“, so Hümmrich
Bauablauf
November 2024: Baubeginn/Baufeldfreimachung (vorbereitende Maßnahmen, Baustelleneinrichtung)
Januar 2025: Montage Behelfsbrücke und Abbruch schadhaftes Bestandsbauwerk
Februar 2025 – August 2025: Brückenersatzneubau an gleicher Stelle über die Rodach
September 2025: Straßenangleichungen
September 2025: Rückbau Behelfsbrücke und Baustellenräumung
Wichtige Daten
- Bauherr / Auftraggeber: Markt Marktrodach, Kirchplatz 3, 96364 Marktrodach
- Ausführender Baubetrieb / Auftragnehmer: Pfister GmbH & Co Betonwerk Seßlach KG, Am Mehrenbach 170, 96145 Seßlach
- Planung und Bauüberwachung: IVS Ingenieurbüro GmbH, Am Kehlgraben 76, 96317 Kronach
- Baumaßnahme: Ersatzneubau der Brücke zur Zigeunerschneidmühle über die Rodach bei Zeyern – Brückenbauarbeiten
- Auftragssumme: 1,1 Mio. € brutto, gefördert über BayFAG 13c mit 75 % der zuwendungsfähigen Kosten.
