#09.09.2021, 11.44 Uhr: COVID-19-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren

Angesichts des derzeitigen Impffortschritts und der guten Impfstoffverfügbarkeit, sowie der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante sollen nunmehr alle Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren in die Impfkampagne einbezogen werden. Ab sofort sind Impfungen an den Impfzentren möglich.

Für die COVID-19-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren sind bisher die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna durch die Europäische Kommission zugelassen.

Empfehlungen der STIKO

Es stehen ausreichend Impfdosen beider Hersteller zur Verfügung, um allen zwölf- bis 17-jährigen Personen diese Impfung unmittelbar anbieten zu können.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bezüglich des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer die Impfung in folgenden Fällen:

  • bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung annehmen lassen
  • bei Kindern und Jugendlichen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können (z. B. wegen einer Allergie) oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung (z. B. Patienten unter immunsuppressiver Therapie) besteht
  • bei Jugendlichen, die arbeitsbedingt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben (z. B. Auszubildende im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim, Einzelhandel)

Derzeit berät die STIKO die Impfung von Kindern und Jugendlichen mit dem mittlerweile ebenfalls zugelassenen Impfstoff von Moderna.

Auch wenn die STIKO neben dieser ausdrücklichen Empfehlung zur Impfung von bestimmten Gruppen von Kindern und Jugendlichen bisher keine allgemeine Empfehlung zur Impfung von zwölf- bis 17-Jährigen gibt, weist sie doch ausdrücklich darauf hin, dass „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. des oder der Sorgeberechtigten eine Impfung möglich“ ist.

 

Es gibt folgende Möglichkeiten zur Impfung:

  1. Individuelle Impfung im Impfzentrum, auch ohne Termin
    Viele Impfzentren bieten spezielle Impftermine für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an.
  2. Impfung in Arztpraxen (Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte)
  3. Nach den Ferien Reihenimpfung in Impfzentren nach Vereinbarung mit den Schulen oder in den Schulen durch mobile Impfteams
  4. Impfung durch Betriebsärzte im Rahmen von Angehörigen von Beschäftigten

 

Einwilligung zur Impfung

Bei der Einwilligungsfähigkeit – und damit einhergehend die Frage, an wen die erforderliche Aufklärung zu richten ist – kommt es auf die Einsichts- und Urteilsfähigkeit des betroffenen Minderjährigen an.

Bei Minderjährigen unter 14 Jahren ist regelmäßig die Einwilligung der Eltern bzw. Sorgeberechtigten einzuholen. Jugendliche können selbst einwilligen, wenn sie die erforderliche Einsichts- und Entscheidungsfähigkeit besitzen; das ist in der Regel mit 16 Jahren der Fall.

In der Regel sind beide Eltern nur gemeinsam einwilligungsbefugt. Jeder Elternteil kann jedoch den anderen ermächtigen, für ihn mitzuentscheiden. Die Sorgeberechtigten oder der Sorgeberechtigte kann, muss aber bei der Impfung selbst nicht vor Ort sein. Die Einwilligung kann auch zuvor schriftlich erfolgen.

Eine automatisierte Termineinladung in BayIMCO ist nur für die Gruppe > 16 Jahren möglich. Eine Registrierung in BayIMCO ist altersunabhängig möglich. Automatisierte Termineinladungen erfolgen jedoch durch BayIMCO ausschließlich für die Gruppe der über 16-Jährigen. Bei unter 16-Jährigen kann man zumindest nicht in der Regel von einer Einwilligungsfähigkeit ausgehen, so dass der Weg über eine individuelle telefonische Terminvereinbarung über das Call-Center vorgesehen ist.

Detaillierte Informationen rund um die Impfung von Kindern und Jugendlichen finden sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Hier geht es direkt zu den häufig gestellten Fragen.

Informationen für Eltern und Sorgeberechtigte inklusive einer Checkliste für die Entscheidungsfindung sind in diesem Merkblatt zusammengestellt worden.